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Endlich
„fast“ zuhause
Seit zwei wochen
sind wir bei unseren freunden anett und daniel in
hilden.
Daniel hat uns
von port napoleon, suedfrankreich, abgeholt. Mit
transporter
und anhaenger.
So konnten wir wenigstens unser bootchen entruempeln.
Das
heisst: die
baeume, segel und schoten, dinghi und kanu wurden
abgebaut und
im anhaenger
verstaut. Die brauchen wir ja sowieso nicht mehr,
denn wir werden
ueber die
kanaele und fluesse nach norddeutschland fahren. Ab
sofort gibt’s kein
meer mehr.
Gerade diesen trip stellten wir uns ganz genial vor,
so gemuetlich
durch frankreich
und deutschland tuckern. Aber jetzt in dieser
jahreszeit kann
von gemuetlich
keine rede sein. Wir wollten ja nicht als eisbrecher
arbeiten. also
haben wir die
route fuer dieses jahr gecancelt. Wir haben uns
vorgestellt:
frisches
baquette, kaese, rotwein. Stellt euch vor, und dies
alles mit eiskalten
und klammen
fingern und tropfenden nasen bei minusgraden. Nix
davon.
Kurzentschlossen
haben wir entschieden, ab nach hause. Davor aber das
schiff
noch leichtern.
Nachdem klamotten, muscheln, werkzeug, reiseandenken
und
jede menge
vorraete aufgegessen und im auto verstaut
waren, blinzelte der
wasserpass
wieder 10 cm ueber die wasserlinie. Man gut so. die
kanaele sind
nur max. 180 cm
tief. Wenn jetzt im fruehjahr noch die masten
runterkommen,
dann haben wir
sicher nur 160 cm. das ist o.k. jetzt gings also
zurueck ins
kalte
deutschland. Seit 6 ½
jahren hab ich nicht mehr so geschnattert -
scheiß kalt!
Ein letzter
blick zurueck, unser prinzchen liegt am steg in der
marina, ich sag mir
immer, ist ja
nur fuer 4 monate, dann sind wir wieder zurueck.
Aber der abschied
faellt trotzdem
schwer.
Deutschland hat
uns wieder. Im augenblick sind wir noch nicht in
unseren haeuschen
in
norddeutschland, sondern wie gesagt in hilden. Es
gibt jetzt ja noch soviel zu
erledigen. Den
haushalt in ratingen aufloesen, denn wir wollen fuer
immer in
norddeutschland
leben – nicht nur fuer den urlaub oder wochenende
-.
Auto kaufen,
zufuss kommt man nicht soweit.
Autokauf ist was
ganz aufregendes. Ein transporter solls sein. Erst
mal ’nen blick ins
Internet. Alle
transporter, so ab 10 jahre alt, haben einen
km-stand von 80tausend.
Unglaublich, das
kann nicht stimmen. Wir haben uns einige angesehen,
denen
guckten die
200.000 schon aus den sitzen und aus den pedalen.
Ein freund von
Juergen hat ein
autohaus mit kia-vertretung. Da erst mal hin. –
Und…. Jetzt
haben wir ’nen kia pregio, 2 ½ jahre alt, sauber,
gepflegt und original-
Km-stand. Das is
doch was.
Jetzt ging’s
ans umpacken. Anhaenger voll, kia voll, schnauze
voll (natuerlich vom
packen) und
morgen frueh geht’s ab nach tielenhemme.
Zwischendurch
haben wir aber auch schon die schoenen seiten
genossen. Weihnachtsmarkt
mit gluehwein
und eierpunsch, das hat auch was. Eine ganz witzige
begebenheit am rande:
wir waren in
duesseldorf bei wempe, juergens uhr sollte zur
reparatur. Am informationstresen
stehend hab ich
mir dann schon den text in englisch zurechtgelegt!
Eine frau stand noch
vor mir und
liess sich beraten. Is ja geil, denk ich, die
koennen ja deutsch, das macht ja
alles viel
einfacher!!!! Ich will nur bemerken, das war noch
vor dem gluehwein…
fuer alle unsere
leser und freunde: unser logbuch ist noch nicht
zuende. Wir stellen
jetzt eine
fotoseite zusammen. Wie ihr ja wisst, konnten wir ab
dem suezkanal keine
fotos mehr
senden wegen des computercrashs. Das holen wir
nach!!!
Ausserdem werden
wir euch alle unsere erfahrungen mitteilen, die wir
waerend der harten
Zeit des
wiedereinlebens hier machen und natuerlich geht’s
wie gewohnt weiter
mit dem bericht
ab mitte maerz mit dem ausklang unserer
weltumsegelung, wenn
wir durch die
rhone, saonne, mosel, rhein und die diversen
deutschen kanaele nach
norddeutschland fahren. Erst dann liegt unsere petit
prince wieder vor der haustuere und
wir sind endlich
angekommen.
Sonntag, 30.
März 2008
Jetzt hat uns
das Landleben wieder voll gepackt. Die erste schwere
Erkältung liegt hinter uns, wie sollte es auch
anders sein, denn nach der langen zeit in warmen
Gefilden ist das Immunsystem doch geschwächt.
Nachdem nun alles überstanden ist lauert die
Gartenarbeit auf uns und das nicht zu knapp.
Doch damit nicht
genug, aufgrund unseres Umzuges jetzt mit allen Büchern,
Klamotten und
Möbeln (das Häuschen
war ja vor der Reise nur Wochenendhaus) musste
alles, aber auch alles umgemodelt werden. Kilometer
von Bücherborden mussten gedübelt werden.
Schließlich
wollen wir uns von den vielen Segelbüchern, die wir
unsere Leben lang gesammelt haben nicht trennen. Und
hoffentlich, noch in diesem Jahr, wird ein neues
dazukommen – unser eigenes!
Ob wir sonst
noch Probleme haben? Nö, alles der ganz normale
Wahnsinn. Mülltrennung, fast wie auf dem Schiff und
das wunderbare Pfandsystem haben wir uns auch schon
einverleibt.
So sah unser
Haus aus, als wir ankamen – und jetzt: Die Sonne
scheint, die Sonne scheint!!!
Und jetzt
kommen die schon lange versprochenen Bilder
unsere Reise vom Suezkanal,
Mittelmeer
bis Port Napoleon, Südfrankreich.
Wie wir schon
geschrieben haben, hat das Mittelmeer bleibende
Eindrücke hinterlassen.
Die besten
werden wir euch jetzt zeigen.

Weltumsegelung
letzter Akt:
Wir
fahren nach Port Napoleon um unser Prinzchen zu
holen. 5 Monate lag es einsam und alleine im kalten
Wasser. Wir haben die lange Anreise aus
Norddeutschland natürlich wieder bei unseren
Freunden Anett und Daniel in Hilden unterbrochen um
mal wieder zu plauschen und Erlebnisse
auszutauschen.
Jetzt
lagen nur noch 1100 km vor uns und am späten Abend
kamen wir im Hafen an.
Was für ein schönes Gefühl wieder an Bord
zu gehen. Alles war o.k. Das Prinzchen ist nicht
abgesoffen. Wieder mal schlafen in der engen Koje
wie fast
sieben
Jahre lang. Wieder mal in der engen Pantry stehen
und Leckerchen kochen. Was? Natürlich Muscheln! Ich
fühlte mich sofort wie zuhause.
Am
nächsten Morgen heißt es arbeiten. Der Wärmetauscher,
den wir vor der Abfahrt ausgebaut und bei DMV überholen
ließen musste wieder eingebaut werden.
Na ja, was heißt überholen – der
ausgebaute war so tot, dass wir einen neuen nehmen
mussten. Also Ärmel hoch und drauf. Ging ganz ohne
Probleme. Motor starten, hoffentlich springt er
an… und wie der sprang. Zündschlüssel kaum
gedreht lief das gute Stück. Der hat uns während
der ganzen langen Reise nie im Stich gelassen –
eben Mercedes!!!!
Na
und der bereits in Port Napoleon bestellte neue
Bowdenzug musste auch noch eben eingezogen werden.
Der
Krantermin steht bevor, die Petit Prince soll auf
dem Landweg auf einem Tieflader nach Hause
transportiert werden. Unser Vorhaben das Schiff über
die
Kanäle
nach Hause zu fahren haben wir ad acta gelegt. Wir
haben uns entschlossen die herrliche Frühlingszeit
zuhause in Tielenhemme zu genießen. Arbeit haben
wir da ja genug. Firma Günter Obst aus Kiel haben
wir uns als Transportunternehmen ausgesucht. Wir
kannten den Günter nicht, aber mit ihm haben wir
einen Glücksgriff getan.
Nicht nur, dass der Preis stimmte, nein, der
Mann weis was er tut. Selbst Segler, Regattasegler
kennt er jeden Handgriff. Sicher hat Günter das
Prinzchen auf dem Transporter abgelegt, die Masten
verschnürt und gesichert und ab ging die Post. Zwei
Tage später sollte das Gespann in Norderstapel im
Winterlager ankommen. 11 Uhr ist Krantermin.
Wir
fahren zurück zu unseren Freunden, einmal
ausschlafen und dann zum Winterlager. Unglaublich:
10 Uhr Samstagmorgen kam unser Boot an, und hing pünktlich
um 11 Uhr am Kran. Das war ein perfektes Timing.
Uns
fiel ein Stein vom Herzen. Ein letztes Glas
Champagner auf unser geliebtes Boot, ein paar Tränchen
und dieser wunderschöne Abschnitt unseres Lebens
ist zu Ende.
Erst
wenn die Petit Prince überholt, geschliffen und
gestrichen ist, darf sie wieder in ihr Element und
dann heißt es : auf zu neuen Ufern…
Und
wir?
Wir
haben uns zuhause bereits wunderbar eingelebt,
endlich mal wieder in heimischer Erde gewühlt (das
war immer Jürgens Spruch während der letzten 2
Jahre) - hat aber inzwischen merklich nachgelassen
nachdem er den 6 ½ jährigen Urwald gerodet hatte.
Des Öfteren höre ich jetzt: so’n Schiet das Gras
ist schon wieder nachgewachsen. Ich schwelge in
einer Blütenpracht im Garten (alles neu gepflanzt)
und in meinen mediterranen Terracotta-Kräutertöpfen.
Sogar Tomaten hab ich schon, ich werd noch zum
Landwirt!
Doch
noch mal zurück zu Jürgens Spruch: so langsam
reicht’s mir mit dem Boot fahren. Ihr glaubt es
nicht, das Erste was unbedingt sein musste, als wir
zuhause an der Eider ankamen, war die Anschaffung
eines Alubootes, 3,80 m lang mit Außenborder! Merkt
ihr was? Soviel zum abgewöhnen!
Es
kommt keine Langeweile auf.
Wir
haben mehrere Berichte für diverse Zeitschriften
geschrieben und arbeiten an unserem Buch „mit
allen wassern gewaschen“, das bei Delius Klasing
veröffentlicht wird. Bis
bald…

Unser
Traum ist vollendet…
Endlich
können wir
sagen – jetzt ist unsere Weltumsegelung komplett
abgeschlossen. Unsere tapfere „Petit Prince“ ist
zuhause eingetroffen und hat ein warmes Erholungsplätzchen
im Winterlager bei Dieter Blohm in Norderstapel.
Eine wohlverdiente Komplettüberholung ist angesagt,
sozusagen eine Ganzkörperpflege, genau wie bei uns.
Unser
Schiff schwebt im siebten Himmel und wir können
sagen:
„Nur
segeln ist schöner!“

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